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Schneeglöckchen

  • 8. März 2025
  • 2 Min. Lesezeit

'Des perces-neige!' freut sich Zoé. Ein Sträusschen, gepflückt im Park des Familiensitzes. Gerade hat die eigenwillige Winzerstochter ihren siebzehnten Geburtstag mit einer rauschenden Party gefeiert, und nun ist sie zu Tränen gerührt: Kleine Dinge machen manchmal am meisten Freude. Warum ich diese Szene aus 'Destination Dreamworld' besonders mag? Die Blümchen in der braunen 'Schneeglögglivase' mit den weissen Punkten gehörten genau so zu meinen Geburtstagen wie die Torte mit dem Schokoladeguss. Damals eine Nebensache, und doch sind sie mir lebhafter in Erinnerung geblieben als die meisten Geschenke.

Gerade diskutieren alle über Krieg und Frieden, und ich erinnere mich an Schneeglöckchen? Macht Sinn: Während ich noch tippe, haben die Hauptakteure in der Realsatire Weltpolitik schon wieder eine Kehrtwende gemacht. Ausserdem muss man zu jedem Satz über die aktuelle Lage eine Fussnote setzen, damit man bestimmt nicht falsch verstanden wird. Trump-Fan! Putin-Versteher! Naiver Pazifist!

Wie heisst es? Der 'völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg' darf nicht mit einem 'Diktatfrieden' enden. So ist es richtig! Wer nur einen Millimeter von dieser Sprachregelung abweicht, kriegt den Mahnfinger zu sehen. Wozu also darüber schreiben?

Der Krieg in der Ukraine ist zweifellos ein schlechter Krieg, aber ich möchte euch, als Kontrast, gern erklären, wie ein völkerrechtskonformer abläuft. Die Befreiung des Kosovo durch die EU? Fragt mal die Serben! Nein, mir fällt kein wasserdichtes Beispiel ein. Wen wundert's: Vom Völkerrecht verstehe ich nicht mehr als das Rindvieh vom Klavierspielen.

Naiverweise würde ich erwarten, dass ein schlechter Krieg sofort beendet und die Meinungsverschiedenheiten ohne Tote und Vertriebene geregelt werden müssen. Da gerade beide Streithähne vom Sieg träumen, muss man die Waffenruhe - reden wir bloss nicht gleich von Frieden! - eben diktieren. Wer will den Job als Weltgericht? Ich bin Blogger, nicht Diplomat.

Darum: Zurück zu den Schneeglöckchen!

Davon verstehe ich zwar auch nicht viel, aber ich mag sie, und wer behauptet, sie verkündeten den Frühling, kriegt nicht gleich den Mahnfinger. Obschon es sich um Fake News handelt. Frühlingsgefühle? Vielleicht schneit es gleich wieder. Wie Mitte April vor sechzig Jahren an meinem ersten Schultag.

Schneeglöckchenfalle! April macht, was er will... Journalistinnen und Politwissenschaftler sind nicht zu beneiden: Gleich werden sie sich trumpieren.

Optimistisch bleiben! Der Frühling kommt: Irgendwie. Irgendwann. Schlimmstenfalls merken wir bloss nicht, dass unterdessen aus dem Spätwinter ein verregneter Frühsommer geworden ist.


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